Plattform für zukunftsorientierte Personaler #cl20

Plattform für zukunftsorientierte Personaler #cl20

Liebe Personaler, sind sie offen für ein neues Abenteuer? Digitalisierung hat selbstverständlich auch in ihre moderne Personalentwicklung Einzug erhalten. Wie können sie als Personaler mit dieser zukunftsorientierten Herausforderung umgehen? Ein Lösungsansatz liegt auf jeden Fall in der Vernetzung und dem Erfahrungsaustausch untereinander. Wie wäre es für sie, sich mit Gleichgesinnten in einem Format auszutauschen, das eine Menge Potenzial auch für ihre Kompetenzentwicklung birgt?

Mit der Leitfrage: “Wie gestalten wir künftig Lernen in Organisationen“ startet am 21. September 2015 der erste Corporate Learning 2.0 MOOC (kurz #cl20). Was dahinter steckt und warum sie sich unbedingt anmelden sollten, habe ich im Folgenden kurz zusammengefasst.

Ein MOOC als Plattform für Erfahrungsaustausch

Massive Open Online Courses (MOOC´s) wurden vor einigen Jahren ausgehend zunächst von Kanada und dann den USA weltweit populär. Grundsätzlich sind darunter vielschichtige Formen von Online-Kursen zu verstehen, die kostenlos oder kostenpflichtig sein können und oft eine große Anzahl von Teilnehmern haben. Die ursprüngliche Idee für dieses Format hatten zwei kanadische Bildungswissenschaftler, die ihr Modell für das Lernen in der Netzgesellschaft in dieser Form von offenen Online-Kursen erproben wollten. Das Wesentliche bei dieser Art von MOOC´s (sogenannte cMOOC´s; c für connectivism) liegt in der informellen Vernetzung von Teilnehmern/Teilgebern zu einem bestimmten Thema ohne vorgegebenes Curriculum, vergleichbar den „Unkonferenzen“ in Form von sogenannten BarCamps.

Auch beim #cl20 gibt es kein vorgefertigtes Curriculum, sondern Vorschläge für Themen mit Best Practice Beispielen aus der Unternehmenspraxis, die gemeinsam diskutiert werden können. Insofern ist der #cl20 mehr als Plattform für den gemeinsamen Erfahrungsaustausch zu sehen, auch wenn es sicher interessanten Input dort geben wird.

Interessante Unternehmen geben Best Practice Impulse

Der #cl20 ist für einen Zeitraum von acht Wochen vom 21.9. – 13.11. 2015 geplant. In jeder Woche gibt ein anderes Unternehmen als Gastgeber Impulse, Beispiele und Fragestellungen aus der Unternehmenspraxis für moderne Personalentwicklung:

  • Die DB Training startet in der ersten Woche mit der Vorstellung ihres Projektes „Next Education“
  • Die Swisscom AG stellt in der zweiten Woche die Frage: „Wie kann digitales Lernen attraktiver gestaltet werden?“
  • Der Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touringclub (ÖAMTC) geht der Frage nach: „Wie können wir Führungskräfte dazu bringen, für ihr eigenes Lernen Verantwortung zu übernehmen?“ Eine Frage, die sicher nicht nur im Kontext mit Führungskräften interessant ist J.
  • Die Festo AG & Co. KG interessiert besonders die Frage: „Wie sollte ein Anschlussprozess an formelle Trainingsprogramme unter gegebenen kulturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen (z.B. Sprache, Zeiteinsatz …) aussehen?“
  • Die Miele & Cie. KG stellt sich die Frage: „Brauchen Lernende noch ein Lernmanagementsystem oder sind offene Portale hilfreicher fürs Lernen?“
  • Die SICK AG hat erste Erfahrungen mit BarCamps gemacht und stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage: „Welche Bedeutung bzw. Aufgabe hat eine Trainingsabteilung noch, wenn mehr informelles, selbstgesteuertes Lernen im Unternehmen stattfindet?“
  • Die SAP Deutschland SE & Co. KG hat erste Erfahrungen damit gesammelt spielerische Elemente in ihre Lehr-Settings zu integrieren und freut sich auf einen Erfahrungsaustausch zum Thema „Gamification“.
  • Die Adidas AG hat einen internationalen „Learning Campus“ gestartet und möchte den #cl20 nutzen, um die nächsten Schritte in der Weiterentwicklung zu diskutieren.

Dieser bunte Strauß an Themen zeigt bereits die Breite der Angebote auf und damit auch die wichtigsten Ziele des #cl20: Der Blick über den Tellerrand, also der #cl20 als Plattform für den Erfahrungsaustausch über Unternehmensgrenzen hinaus. Und sicher werden die Teilnehmer/Teilgeber selbst davon partizipieren vernetztes, selbstgesteuertes Lernen kennen zu lernen und zu praktizieren. Mehr Details finden sie hier.

Vernetzung bietet Mehrwert

Veranstalter des #cl20 ist die Corporate Learning Alliance, ein nicht-kommerzielles Netzwerk von innovativen Corporate Learning-Experten. Unterstützt werden sie von der oncampus GmbH, dem Service-Dienstleister im Bereich des E-Learnings der FH Lübeck, die den #cl20 auf ihrer neuen MOOC-Plattform „mooin“ betreiben. Hier geht´s direkt zur Anmeldung.

Die Anmeldung ist auf jeden Fall empfehlenswert, auch wenn das vernetzte Lernen bereits in den sozialen Netzen, wie Facebook und  Twitter sowie auf zahlreichen Blogs begonnen hat.

Der #cl20 bietet also auch die Chance das persönliche Wissensmanagement mit Instrumenten der Vernetzung auszuweiten und zu erproben. Der Hashtag „#cl20“ ist dabei das „lose Bindeglied“ zwischen verschiedenen Plattformen und Beiträgen. Sie werden sehen, Vernetzung bietet Mehrwert.

Aktuelle Fragestellungen in unserer Hochschule Weserbergland

Der #cl20 kommt auch für einige unserer Studierenden wie gerufen, denn im interdisziplinären Projektstudium sind dieses Semester von unseren Praxispartnern zwei passende Projektaufträge initiiert worden:

„Entwicklung und Erprobung interaktiver Lernszenarien für Industrie 4.0“

„Herausforderung Lernen 4.0: Veränderungen von Arbeits- und Lernwelten in Industrieunternehmen der Region Weserbergland“

Auch hier dürfen Auftraggeber und wir gespannt sein, wie sich aus der Perspektive der jungen Nachwuchsgeneration diese Herausforderungen meistern lassen.

Bildquelle: Logo #cl20

Nachlese zum HSW BarCamp: Dr. med. MOOC – nein danke!

Nachlese zum HSW BarCamp: Dr. med. MOOC – nein danke!

Auf dem letzten HSW BarCamp habe ich in einer  Session mit einigen Studierenden, Vertretern aus der Wirtschaft und Kollegen darüber diskutiert, ob wir in Zukunft noch Bildungseinrichtungen brauchen? Der provokante Titel eines meiner Vorträge aus dem Frühjahr dieses Jahres lautete:

Dort starte ich mit der wohl äußerst kühnen Aussage von S. Thrun. Er vertritt die These, dass es in 50 Jahren weltweit nur ca. zehn Universitäten geben wird. Ergänzt habe ich diese These noch dadurch, dass ich kurz Ben Paul mit seinen Überlegungen zur persönlichen Bildung (vgl. http://anti-uni.com/blog/ ) vorgestellt habe. Soweit ich es richtig verstanden habe, beruht seine Lernphilosophie auf drei Säulen: Machen oder einfach mach´ was, Lesen und Events (z.B. BarCamps) besuchen, Reisen und Persönlichkeitsentwicklung.

Ben Paul bezeichnet sich selbst als „Education Hacker“ und lebt damit vor, wie er als Selbstlerner entgegen dem Mainstream Ausbildung/Studium selbst organisiert. Die Ursprünge dieser DIY-Education liegen schon etwas länger zurück und wurden zum Beispiel mit dem Begriff des Edupunks durch Jim Groom bekannt (vgl. dazu auch HSW-Learningblog).

Neben der Edupunk Philosophie wurde ausführlich diskutiert, ob denn MOOC-Bildung überhaupt von der Wirtschaft anerkannt würde und ob dies wirklich zu einer Bildungsrevolution führen könnte. In der Session wurde weitgehend die Meinung geteilt, wie sie z.B. von Hoffmann und Schulmeister Anfang des Jahres äußert wurde. Ein Teilnehmer hat es abschließend auf den Punkt gebracht: Wer will sich denn freiwillig von einem Dr. med. MOOC behandeln lassen?

Ist ein MOOC-gebildeter Mediziner wirklich eine gute Idee?

Ist ein MOOC-gebildeter Mediziner wirklich eine gute Idee?

 

Bildquelle: NEC-Medical-137, flickr, http://bit.ly/1waCJZ5 Stand 10.11.2014

Dazu war spontan kein Teilnehmer bereit :-), gleichwohl bestand Konsens darin, dass offene Online Kurse eine durchaus gern gesehene Ergänzung zu Lernangeboten an Bildungseinrichtungen sind. Der Wissenstransfer in die Anwendung sollte nach einhelliger Meinung immer persönlich unter Anleitung geübt werden und das nicht nur bei Ärzten ;-).

Verzahnung von formalem und informellem Lernen

Verzahnung von formalem und informellem Lernen

Pfadfinder-informelles-LernenIm Rahmen der eLearning SUMMIT-TOUR 2013 bin ich zu einer Podiumsdiskussion am 26.11. 2013 in Hamburg eingeladen über die Verzahnung von formalem und informellem Lernen zu diskutieren. Die von mir sehr geschätzte Moderation Jasmin Hamadeh hat den Diskussionsteilnehmern einige Fragen im Vorfeld zur Vorbereitung zu kommen lassen, auf die ich hier kurz aus der Perspektive einer praxisorientierten Hochschule eingehe. (Bildquelle: M. Beat, flickr, 14.11.13)

J. Hamadeh: Stoßen Sie in Ihrem Arbeitsalltag überhaupt auf das Thema „informelles Lernen“ (wo?) – oder ist das in Ihren Augen ein Thema, das stärker als berechtigt „gehypt“ wird?

V. Langer: Der Schwerpunkt unserer Hochschule liegt in den Angeboten von dualen Studiengängen, die durch das Modell der Praxisintegration (vgl. zur Unterscheidung Positionspapier vom Wissenschaftsrat vom 25.10.2013, S. 21ff) einen Ermöglichungsrahmen schaffen, indem ein Wechsel zwischen formalem Lernen in der Hochschule und informellem Lernen in der betrieblichen Praxis kontinuierlich stattfindet. Wir haben dafür ein Konzept zur lernortübergreifenden Integration von Theorie und Praxis. Zum Beispiel ist ein Instrument innerhalb dieser Studiengänge das „freie Praxisstudium“. Dabei sind die Dimensionen des Lernens (nach Wittwer 2003) überwiegend informell. Es geht dabei zum Beispiel um eine Problemlösung im betrieblichen Alltag. Die Lernunterstützung ist bis auf einen Initialrahmen (Abstimmung des Themas zwischen Studierendem, Vertreter des Praxispartners und eines Lehrenden der Hochschule) nicht organisiert, d.h. sie findet selbstbestimmt statt, zum Beispiel durch Nachfragen und forschendes Lernen. Dieser Ansatz ist mehr ganzheitlich und führt teilweise zu unbewusstem Lernen. Im Lernergebnis greift nun das didaktische Konzept wieder ein: Neben dem erworbenen Erfahrungswissen, gilt es dieses in der Theorie zu reflektieren und darüber einen kurzen Bericht zu verfassen, der wissenschaftlichen Ansprüchen genügen muss (Ja, es geht darum ECTS-Credits zu erwerben!). Die Aufgabe der Hochschule sehe ich darin, dass wir den Ermöglichungsrahmen so aufspannen, dass der Lerner motiviert wird, einen Blick über den Tellerrand, der oft sehr individuellen betrieblichen Praxis, zu werfen.

Ich denke dieses Thema wird bislang noch viel zu wenig beachtet, denn oft fehlt die Wertschätzung des vielmehr nachhaltigen informellen Lernens. Vor allem vor dem Hintergrund der geforderten Öffnung von Hochschulen gegenüber beruflicher Bildung im Rahmen der „Offenen Hochschule“ wird selbst dem Begriff und damit auch dem Potenzial noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Ein aktuelles Beispiel ist das o.g. Positionspapier vom Wissenschaftsrat, in dem der Begriff des informellen Lernens nicht zu finden ist.

J. Hamadeh: Sie vertreten alle Bildungsanbieter, die ausgeprägte Schnittstellen zu Unternehmen und deren Bedarfen haben. Werden von Unternehmensseiten Abfragen an Sie herangetragen, die informelles Lernen betreffen? Und/Oder von Ihren Teilnehmern?

V. Langer: Im Zusammenhang mit der Gestaltung gemeinsamer Lernprozesse im Rahmen von Praxisintegration gibt es dazu bei uns in der Hochschule regelmäßige (jeweils 1x pro Semester) Abstimmungen zwischen Praxispartnern, der Hochschule und den Studierenden. Auch dabei wählen wir oftmals einen mehr informellen Rahmen, in dem zum Beispiel die Studierenden ihre Themen/Arbeitsproben anhand von Postern präsentieren und so in einem informellen Rahmen mit Praxisvertretern und Lehrenden ins Gespräch kommen.

Darüber hinaus befasst sich unser Institut für Personalentwicklung und Lebenslanges Lernen mit der Entwicklung von betrieblich integrierten Weiterbildungsmaßnahmen, die ebenfalls ganz stark auf die Integration von formellem und informellem Lernen setzen. Zum Beispiel wird in einem neun monatigem Führungskräfteentwicklungsprogramm die Chance genutzt das in der Theorie gelernte direkt in der Praxis umzusetzen und wiederum dieses dann gemeinsam zu reflektieren.

J. Hamadeh: Gibt es für Sie in Bezug auf Bildungsstrategien/und -prozesse ein Gut, das Ihnen persönlich besonders wertvoll oder schützenswert ist?

V. Langer: Ja, die Vielfalt an Lernmöglichkeiten und an Lernchancen sowie die Durchlässigkeit verschiedener Bildungssysteme ist gerade bei uns in Deutschland enorm groß – sie sollte nicht aus irgendwelchen ideologischen Bestrebungen eingegrenzt werden, sondern weiter geöffnet werden (vgl. oben Beispiel „Offene Hochschule“ – Verbindung von beruflicher und hochschulischer Bildung).

J. Hamadeh: Haben Sie Konzepte, Ideen, Beispiele, wie informelles Lernen in Ihr formales Angebot integriert werden kann? Im Kleinen oder Großen? Sehen Sie eine Schnittmenge der Bereiche eLearning und informelles Lernen? (Welche?)

V. Langer: Was wir bislang bereits machen habe ich soeben beschrieben. Das „Wie“ ist dabei ein wichtiger Aspekt: Ohne ein stabiles Lernmanagementsystem (LMS) könnten wir die Qualität bei der lernortübergreifenden Betreuung und Lernbegleitung nicht sicherstellen. Insofern gibt es bereits bei diesen mehr klassischen Lehr-/Lernszenarien eine enorme Schnittmenge. Wir verbinden Präsenzlernen mit E-Learning in unserem blended-Learningkonzept zur lernortübergreifenden Betreuung und neuerdings auch um das „inverted Classroom Model“ oder auch als „Flipped-Classroom“  bezeichnet zu nutzen. Erste Erfahrungen zeigen, dass damit in Bezug auf die Bedürfnisse des Lerners der Ermöglichungsrahmen noch weiter gespannt und die gemeinsame Präsenz wertvoller gestaltet werden kann. Gerade in solchen Szenarien bewegen wir uns im Kontinuum von formalem und informellem Lernen (vgl. Winter 2003).

Auch die offenen Onlinekurse (sie müssen nicht unbedingt massive sein!) können in Zukunft die beiden Lernformen und damit auch unterschiedliche Zielgruppen noch stärker zusammen bringen. Unter dem Stichwort bMOOC (blended Massive Open Online Course) als Weiterentwicklung von flipped-Classroomszenarien hatte ich zu dem Thema im vergangenen Jahr auf der Abschlusstagung des OPCO12 vorgetragen (vgl. Aufzeichnung und Folien).

J. Hamadeh: Was lernen Sie informell?

V. Langer: Alles Mögliche zum Beispiel durch das Schreiben dieses Blogs :-)! Weitere Ausführungen hebe ich mir fürs Podium auf ;-).

Quelle: Wittwer, W. (2003). „Lern für die Zeit, wird tüchtig fürs Haus. Gewappnet ins Leben tritts du hinaus“ – Förderung der Nachhaltigkeit informellen Lernens durch individuelle Kompetenzentwicklung. In W. Wittwer & S. Kirchhof (Hrsg.). Informelles Lernen und Weiterbildung: Neue Wege der Kompetenzentwicklung (S. 13-41). Neuwied: Luchterhand.

#SOOC13 – Blogparade: Warum ich blogge? – Meine Top 5

#SOOC13 – Blogparade: Warum ich blogge? – Meine Top 5

Luck-Openness

Bildquelle Opensourceway

Einem Aufruf zur Blogparade: Hilfe, mein Prof blogt! von Anja Lorenz im Rahmen des ersten Saxon Open Online Course (#SOOC13) folgend, geht es hier um meine individuelle Beantwortung der einfachen Frage: Warum blogt Ihr eigentlich?

Und in der Tat die dort bereits ausgeschlossenen Vorannahmen: „Blogposts werden auf keiner Publikationsliste erwähnt. Blogposts werden bei Anträgen um Drittmittel nicht berücksichtigt. Blogposts werden vielleicht noch nicht einmal von den eigenen Mitarbeitern oder Studenten gelesen.“ sind auch für mich nicht ausschlaggebend.

Informeller Erfahrungsaustausch

Der besondere Reiz des Bloggens liegt vielmehr im informellen Charakter, die eigene Meinung darf hier einfließen, ganz im Gegensatz zum Vorgehen beim wissenschaftlichen Publizieren. Das macht den Erfahrungsaustausch nicht nur persönlicher, sondern in der Regel auch viel unmittelbarer und schneller. Während die Inhalte und Gedanken, die ich mir zu einer Publikation mache meistens zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lange zurück liegen, ist die Aktualität eines Blogs inklusive der Response darauf sehr viel zeitnäher und weil informell meistens auch authentischer.

Vernetztes Lernen schafft Mehrwert

Ich sehe den individuellen Blog als einen persönlichen Knotenpunkt im vernetzten Lernen, ganz im Sinne des konnektivistischen Modells. Ich bekomme unmittelbares Feedback (auch keine Kommentare sind Feedback ;-)), kann themenfokussierte Diskussionen führen und dabei neue Ideen entwickeln. Der Knotenpunkt befähigt mich zur adäquaten Partizipation in „meiner Lern-/Forschungscommunity“ sowie auch in offenen Online Kursen. Die Dialoggruppen sind nicht auf wenige Spezialisten begrenzt, sondern offen für die breite Öffentlichkeit. Die resultierende Vernetzung und damit die Kommunikation erfolgt auf Augenhöhe. Das hat bei mir schon oft zur Erweiterung meines Horizonts geführt und ist für mich ein unschätzbarer Mehrwert.

Wandel hin zur öffentlichen Wissenschaft

Die Entwicklung des Internets von einer rein technischen Kommunikationsplattform hin zu einem sozialen Netzwerk hat unmittelbare Auswirkungen auf die Art und Weise wie sich Wissenschaft austauscht und organisiert. Ich sehe darin eine besondere Chance für Wissenschaftler sich über ihre eigene Wissenschaftscommunity hinaus mit Interessierten aus ganz unterschiedlichen Bereichen auszutauschen. Wissenschaft und Praxis können dadurch viel effektiver zusammengeführt und Barrieren abgebaut werden. Für mich ist z.B. Christian Spannagel ein Vorbild als öffentlicher Wissenschaftler, der mit viel Mut und Geschick die Verbindung von Wissenschaft und Praxis (Schule) insbesondere über seinen Blog als persönlichen Knotenpunkt pflegt. Für mich ein schönes Gefühl, diesen Wandel ein wenig mitgestalten zu können.

Gedanken sortieren, Themen reflektieren

Beim Schreiben, nicht nur eines Blogartikels, sortiere ich meine Gedanken. Während das Denken auditiv ist, kommen beim Schreiben der visuelle und der kinästhetische Kanal hinzu, was bei mir oft die Kreativität fördert. Insofern ist das Schreiben an sich ein für mich ein kreativer Prozess – das Prinzip der Schriftlichkeit fördert die Kreativität, insbesondere mit den vielen Möglichkeiten der Medienintegration durch das Web. Manchmal reicht es deshalb Themen aus anderen Quellen/Blogs zu reflektieren, um sich seiner eigenen Position klarer zu werden.

Myself-Kurator – individueller Wissensspeicher

Sicher gibt es im Web eine ganze Reihe von Tools mit denen ein persönlicher Wissensspeicher einfacher gepflegt werden kann. Für die tägliche Pflege nutze ich zum Beispiel Scoop.it, Learni.st oder Diiego.  Die sozialen Netzwerke Twitter, Facebook oder G+ sind mir dafür zu wenig geeignet und ich habe meine Inhalte damit auch ganz aus der Hand gegeben. Vor dem Hintergrund der allgegenwärtig drohenden Informationsüberflutung sehe ich gerade Blogs, die mich persönlich interessieren als eine der wichtigsten moderierten Firewalls, die mir mit ihrer gefilterten Information viel Arbeit abnehmen. Das Zauberwort digital curation oder content curation bezeichnet genau diese Auswahl und individuelle Pflege von Inhalten bestimmter Themenbereiche, häufig in Form eines Blogs – hier sei als Vorbild Jochen Robes angeführt. Im Sinne dieser individuellen Pflege und schnellen Auffindbarkeit macht es mir einfach Spaß mehr oder weniger regelmäßig den eigenen Wissensspeicher zu füllen.

Nach dem Motto in der Kürze liegt die Würze, soweit meine fünf wichtigsten Punkte zu meiner Motivation.

#COER13 Offener Online Kurs zum Thema „Open Educational Resources“ startet

Am Montag, 8. April 2013 startet ein weiterer deutschsprachiger MOOC zum Thema „Open Educational Resources“ (OER), der COER13. Als Veranstalter bringen sich eine Reihe erfahrener Fachleute ein – garantiert qualitativ hochwertig! Das Programm bzw. der Kurs soll einen Überblick über Theorie und Praxis von offenen Bildungsressourcen bieten. Der COER13 ist für den Zeitraum vom 8.4. – 28.6.2013 angesetzt.

Zur Motivation haben Sandra Schön und Martin Ebner ein schönes Einstiegsvideo produziert:

Wer noch mehr über den Verlauf, die Organisation und die Inhalte erfahren möchte kann sich dazu die Aufzeichnung des #pb21-Webtalks ansehen. Für den Einstieg in das Themenfeld OER ist der Wikipedia-Artikel Open Educational Resources mit etlichen Primärquellen ebenfalls sehr gut geeignet und ein ausführliches Dossier ist auf der Seite „#PB21 | Web 2.0 in der politischen Bildung“ zu finden.

Meine Kursziele

Rechtssicherer Umgang mit urheberrechtlich geschützten Lehr-/Lernmaterialien ist zurzeit die Herausforderung für alle mit Bildung beschäftigten Personen und Institutionen. Nehmen wir zum Beispiel den Übergang von klassischen Lehr-/Lernszenarien (geschlossenes Setting) zum modernen Flipped Classroom Konzept. OER-Skizze-Volkmarla04-13Werden die Inhalte über ein geschlossenes Lernmanagementsystem verteilt ist hierzulande unter bestimmten Voraussetzungen (§ 52a UrhG) rechtlich alles in Ordnung. Öffnen wir dieses Szenario und entwickeln es z.B. zu einem offenen Online Kurs weiter, kann es schnell rechtliche Probleme nach sich ziehen. Also wie können wir auf möglichst einfache (kostengünstige) Weise Lehr-/Lernmaterialien (OERs) erzeugen, die auch in Deutschland einen rechtssicheren Einsatz ermöglichen? Haben die CC-Lizenzmodelle auch in Deutschland eine gesicherte Rechtsverbindlichkeit? Wie ist die praktische Handhabung in/auf verschiedenen Medien zu gestalten? Fragen über Fragen…

#mmc13 MOOC Business Model – Talent fishing via MOOCs 4#4

Im dritten Szenario geht es um eine Personalabteilung eines Konzerns, die sich einer bekannten Herausforderung stellen muss: Die Gewinnung von qualifiziertem Fach-/Führungspersonal vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Nehmen wir an, bei dem Konzern handelt es sich um einen Automobilhersteller, der insbesondere sogenannte MINT-Absolventen als neue Mitarbeiter finden möchte. Die Idee ist hierbei, dass die Personalabteilung (der MOOC-Veranstalter) ein Thema initiiert, das zum Auftrag des Unternehmens gehört. Sagen wir im vorliegenden Beispiel lautet das Thema des MOOCs: „Die Zukunft von Elektroautomobilen – Chancen und Herausforderungen“. Die gute, offene Kommunikationsstrategie des Unternehmens stellt ihre Absicht (Gewinnung von neuen Mitarbeitern) gleich zu Beginn vor und erhofft sich damit eine zusätzliche Motivation. Beiträge aus dem Wissensbereich/-management des Unternehmens dürfen natürlich nicht einem betriebsinternen Sperrvermerk unterliegen (sicher eine besondere Herausforderung!).

Talent fishing in MOOCs bmg

Kundensegmente – Für wen schöpfen wir Wert?  

Die erklärte Absicht ist das Recruiting von Fachpersonal, d.h. das Unternehmen selbst ist ein interner Kunde der Personalabteilung. Interessenten, Hochschulabsolventen und ganz besonders die aus den MINT-Fächern (hier nochmal segmentiert speziell Ingenieure) bilden das zentrale externe Kundensegment.

Wertangebote – Welchen Wert vermitteln wir der Zielgruppe?

Dem internen Kunden wird die Dienstleistung des Personalrecruitings angeboten. Die Fachabteilungen haben ihre Bedarfe festgelegt, die mithilfe der Personalabteilung gedeckt werden sollen. Den externen Kunden werden attraktive Stellenangebote offeriert, obwohl natürlich die Aufmerksamkeit durch die Veranstaltungsform MOOC im Vordergrund steht. Der grundsätzliche Mehrwert für alle Interessenten und Absolventen ergibt sich aus den angebotenen Materialien zum Thema sowie den Expertenbeiträgen und den Feedbacks auf Teilnehmerbeiträge – quasi ein großer kostenloser Wissenspool zum o.g. Thema. Eben ein kostenloses offenes Lernangebot aus erster Hand.

Kanäle – Über welche Kanäle können unsere Zielgruppe erreicht werden?

Die Bewerbung kann zunächst über alle klassischen als auch elektronischen Medien erfolgen. Der MOOC selbst wird via Web und insbesondere über Social Media betrieben. In der Endphase (Auswahl von Bewerbern) finden persönliche Gespräche mit potenziellen Bewerbern statt.

Kundenbeziehungen – Welche Art von Beziehungen erwartet unsere Zielgruppe?

Die wichtigste Kundenbeziehung besteht auch hier darin, dass die MOOC-Community gepflegt wird. Ein echter Mehrwert für Interessenten besteht im qualifizierten und damit hier sehr praxisnahen Feedback zu eigenen Beiträgen/Fragen. Grundsätzlich hält die Mitbeteiligung der Teilnehmer das gesamte Lehr-/Lernszenario lebendig.

Einnahmequellen – Für welche Werte sind unsere Kunden bereit zu bezahlen?

In diesem Modell werden keine direkten extern Einnahmen generiert. Intern könnte natürlich das Personalwesen auch wie ein Profitcenter gesehen werden ;-). Die eigentliche Wertschöpfung des Unternehmens besteht quasi in der Gewinnung von qualifizierten Mitarbeitern und bestenfalls in einem Imagegewinn. Der Erfolg dieses Modell muss sich dann an den klassischen Aufwänden für Marketing und Personalrecruiting messen lassen. Ggf. ein weiterer Aspekt sind die erarbeiteten Teilnehmerbeiträge, die ebenfalls wertschöpfende Beiträge liefern könnten.

Schlüsselressourcen – welche sind erforderlich?

Die Personalabteilung hat die Aufgabe eines Initiators. Für das Betreiben des MOOCs sollte sie ein Projektteam von internen und externen Experten zusammenstellen. Es gilt MOOC-Experten als Berater zu gewinnen. Dabei stellen die vorhandenen Netzwerke, also Beziehungen zu Schlüsselpartnern die wichtigste Ressource dar.

Schlüsselaktivitäten – Recherche, Qualitätssicherung, Betreuung und Beratung

Nach der Gewinnung des Projektteams ist die eigentliche Personalabteilung erst wieder in der Endphase (Bewerberauswahl) gefordert. Das Expertenteam hat neben dem eigentlichen Betrieb des MOOCs (Qualitätssicherung, Betreuung und Beratung) zusätzlich die Aufgabe Talente zu entdecken. Dazu ist eine gezielte Auswertung von Teilnehmerbeiträgen erforderlich, die anschließend an die Personalabteilung für die Endphase weitergeleitet wird.

Schlüsselpartnerschaften – Inhalte, Experten und Lehrbeauftragte

Auch hier sind die Schlüsselpartnerschaften wieder das zentrale Element: Angefangen von der didaktischen Konzeption, der Bereitstellung von Inhalten bis hin zum eigentlichen Betrieb (Betreuung der Lernenden) des MOOCs sind Hochschulen sicher als wichtige Partner zu sehen. Darüber hinaus könnten weitere Bildungs- oder Forschungsinstitute beteiligt werden. Auch das Expertenwissen von Zulieferern könnte wertvolle Beiträge zusteuern.

Kostenstruktur – welche sind hier besonders zu berücksichtigen?

Im Wesentlichen kommen hier die laufenden Personalkosten (intern/extern) zum Tragen sowie Honorare für Beratung, Expertenbeiträge und die Vergabe von Lehr- und Betreuungsaufgaben. Ebenso entstehen Kosten für den Betrieb der technischen Infrastruktur usw.

Welche Ideen/Anregungen/Fragen haben Sie zu diesen noch sehr simplen Modellen?

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