In der vierten Woche des OpenCourse 2011 “Zukunft des Lernens“ geht es wieder um einige spannende Fragen wie z.B. braucht es klassische Lernplattformen überhaupt noch? Wie könnte eine “persönliche Lernumgebung” aussehen, die der Lernende selbst bestimmt? Wie sieht eine zukünftige Lerninfrastruktur aus?

Ein sehr gelungener Auftakt wurde uns „#opco11-Lernern“ mit dem Vortrag von M. Kerres bereits im Vorfeld zum eigentlichen Online-Jour fixe gegeben, anhand dessen ich diesen Beitrag und die oben formulierten Fragen gerne betrachten möchte.

Die im Zuge der Entwicklung von Social Media oftmals geäußerte These, dass das klassische LMS nicht mehr gebraucht wird, bestätigt M. Kerres nicht. Im Gegenteil die Marktanalysen, z.B. vom amerikanischen LMS-Markt an Hochschulen zeigen einen lebendigen Markt und ein gesundes Wachstum. (Gibt es eigentlich vergleichbare Studien für den europäischen oder gar deutschen Markt?)

Abgesehen davon gibt es eine Reihe von guten Gründen eine kluge Kombination von institutionellen Resourcen (formales Lernen) mit nicht-institutionellen (nicht-formales/informelles Lernen) zu entwickeln. Eine Anforderung wurde bereits in der Einleitung zur o.g. Aufgabenstellung formuliert: „Die Trennung zwischen Lernprozessen einerseits, Kommunikations- und Arbeitsprozessen andererseits, zwischen Lernen und Alltag, erscheint vielen überflüssig bzw. unnötig kompliziert.“

Ein wichtiges Entscheidungsraster für die Differenzierung und Einordnung dieser Prozesse hat M. Kerres mit seiner „Privacy Options“-Betrachtung entwickelt. Dahinter stehen die Fragen, welche dieser Prozesse sollten rein privat, welche halbwegs privat (Beteiligung von Bekannten) und welche öffentlich stattfinden. Seine Ausführungen und Zuordnungen lassen sich gut nachvollziehen, wenngleich sie nicht allgemein gültig seien können, sondern eher von den einzelnen Lehr-/Lernszenarien abhängen.

Auch die unglückliche Übersetzung von „friends“ im Umfeld von Social Media und die didaktischen Implikationen daraus werden von Herrn Kerres aus meiner Sicht sehr treffend problematisiert. Für meinen Geschmack deutlich zu kurz kommt die eigentliche Umsetzung dieser Betrachtungen in die Implementation zur Sozialen Lernplattform. (Allerdings, wir sind herzlich eingeladen diese neue Entwicklung selbst zu testen – online-campus)

Welche Instrumente/Tools sind aus dem klassischen LMS-Bereich, welche aus dem Social Media Bereich in die Umsetzung eingeflossen? Wie werden die „Privacy Options“ auf der Sozialen Lernplattform abgebildet? Gibt es bereits erste Erfahrungen/Untersuchungen darüber, ob diese Art von Lernumgebung eine höhere Akzeptanz und damit auch eine größere freiwillige aktive(!) Beteilung (womöglich intrinsisch motiviert) von Lehrern und Lernern fördert? Fragen über Fragen – wir dürfen sehr gespannt sein – in jedem Fall ein sehr gelungener Auftakt, vielen Dank!

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