lebenslanges Lernen

Von wegen Endspurt: Qualität im lebenslangen Lernen (Bildquelle)

Das Thema der 10. Woche des Opco11 ist eine große Herausforderung. Es ist nicht trivial und wohl bislang nur wenig erforscht, insbesondere vor dem Hintergrund des beschleunigten Wandels, in der die Informationstechnologie eine zunehmend wichtigere Rolle einnimmt und die Halbwertszeit des Wissens dramatisch abnimmt. Die Bedeutung von Netzwerken nimmt weiter zu, während die Aktualitätslücke in der Wissensvermittlung immer größer wird. (vgl. G. Siemens)

Vernetztes Lernen fordert mehr Selbstbestimmung und -verantwortung

Auch wenn man den Postulaten des Konnektivismus nicht in allen Punkten zustimmt, so wird sich allein aufgrund der zunehmend vielfältigen Möglichkeiten des vernetzten Lernens die Situation in Hinblick auf lebenslanges Lernen in Zukunft deutlich mehr hin zum selbstgesteuerten bzw. selbstverantworteten Lernen entwickeln. Vor diesem Hintergrund sind die auf der Opco-Seite gestellten Fragen sehr zentral:

  1. Müssen wir jeder und jede für sich selbst in Zukunft die Qualität sichern – da lebenslanges Lernen ja wirklich viel zu vielfältig und verschieden sein kann, um einen allgemeinen Ansatz dazu zu machen?
  2. Oder müssen Bildungsangebote und -anbieter dafür sorgen, dass lebenslanges Lernen dazu passt, was wir brauchen und sich dabei um eine gute Qualität kümmern?
  3. Kann man im Zuge von lebenslangem Lernen noch von einer “objektiven” Bildungsqualität sprechen?

Beteiligte, die sich finden müssen

Die Antworten auf die o.g. Fragen erfordern mindestens zwei Perspektiven, nämlich die des Lerners sowie die des Bildungsanbieters, die man zunächst getrennt betrachten kann, die aber auf keinen Fall ohne Wechselwirkung sind. Muss der selbstbestimmte Lerner in Zukunft seine Lernqualität selber sichern? Musste er das nicht schon immer? Letztlich entscheidet der Lerner selbst über seine Qualitätsdimensionen. Diese könnten vereinfacht zum Beispiel in der Festlegung seines Lernziels liegen, die Lerneffizienz über die eigene Zeitplanung berücksichtigen bis hin zu einem wie auch immer gearteten Budget, was er dafür vorsieht. Ein schönes und ebenso pragmatisches Beispiel beschreibt Jasmin Hamadeh in ihrem Beitrag „Können wir Qualität zu selbstorganisierten Lernprozessen hinzu liefern?“ In diesem Beitrag fließt auch gleich die zweite Perspektive bzw. die Wechselwirkung ein. Die Autorin fordert, “Gib mir Zwang.“ (zeitliche Dimension), „Stand by my side“ (kollaborative Dimension), „Experten her!“ (Fachkompetenz-Dimension), „Ich brauch ein Navi“ (Betreuungs-Dimension). Hier wird die Wechselwirkung zwischen dem Lerner, einer Community of Practice und ggf. einem Bildungsanbieter im Lernprozess beschrieben. So wird nicht nur das Lernen, sondern auch die Qualitätssicherung sehr individuell.

Opco11, ein vorbildliches Beispiel für den Wandel

Wenn in einem solchen laufenden Lehr-/Lern-Prozess (nicht erst nach Abschluss!) im Sinne der Qualitätssicherung nachgesteuert wird, dann ist das insbesondere für den Bildungsanbieter eine große Herausforderung, die in Zukunft aufgrund der medientechnischen Möglichkeiten immer anspruchsvoller wird. Das Opco11-Team hat dies in einigen Situationen vorbildlich, also schön nach klassischem Qualitätssicherungsprinzip (pdca-Zyklus) geschafft. Plan: vgl. Opco11-Website, Do: vielfach vernetzte Beiträge der Teilnehmer und Referenten, Check: Beobachtung verschiedener Feedbackkanäle (sicher mit die größte Herausforderung!), Act: Anpassung z.B. des Konzeptes der Online-Session´s, soweit auch die Experten so flexibel waren.

Die Wechselwirkung macht´s …

Qualität zu bestimmen, bedeutet immer eine Referenz (Qualitätsziele, Standards, Expertenfeedback, usw.) zu haben, mit der man individuelle Qualitätsergebnisse vergleichen kann. So individuell diese Ziele und Ergebnisse auch sind, eine „gewisse Objektivität“ erfordert eine qualifizierte Referenz. Welche Maßstäbe an diese qualifizierte Referenz im Einzelfall zu setzen sind, hängt sicher wieder individuell davon ab, was der Lerner erreichen möchte. Also z. B. für eine Privatpilotenlizenz ist eine Flugschule eine geeignete Referenz, während für einen akademischen Abschluss eine Universität oder Hochschule eine entsprechende Referenz darstellt. Ob damit allerdings “objektive” Bildungsqualität gesichert werden kann? Was ist eigentlich „objektive“ Bildungsqualität?

E-Portfolio als die Chance?

Qualität im lebenslangen Lernen, bedeutet insbesondere Lernergebnisse,-erfolge inklusive der o.g. Bewertung durch eine geeignete Referenz zu dokumentieren. Hier sehe ich die Chance für den Einsatz von E-Portfolios, wie bereits auch an einigen Schulen (z.B. in Hessen) und Hochschulen (z.B. TUHH, JL-Uni Giessen) praktiziert wird. Irre ich mich, oder wäre dieses Instrument nicht gerade für die Qualitätssicherung im Prozess des lebenslangen Lernens quasi prädestiniert? Warum findet dieses Instrument so wenig Verbreitung? Was sind dabei die größten Herausforderungen? Wie sieht es z.B. mit der Portabilität aus? Wie kann der Lerner seine Daten zukunftsorieniert, persönlich sichern?

Weitere Stellungnahmen, Anregungen und Fragen sind im Etherpad zu finden. Wir dürfen auf eine anregende Diskussion in der Online-Session gespannt sein.

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